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Bleicherfest 2006 |
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Tupperware für nur ein paar Euro
Gegessen und getrunken wurde beim Bleicherfest früher mehr. Aber da war es auch nicht so warm wie gestern. So warm, dass man gar nicht handeln mochte.
Wuppertal. Eine Lagerhalle an der Straße Auf der Bleiche: Hinter Trödelständen sind die Konturen des Pariser Eiffelturms zu erkennen, direkt daneben zeichnet sich das Brandenburger Tor ab. Ein Torero betrachtet das hektische Treiben draußen mit stoischer Ruhe. Kein Wunder, er ist wie die Stadtansichten auch ein Gemälde auf einem alten Bettlaken. Gabriele Peifer aus Marl verkauft auf dem 31. Heckinghauser Bleicherfest einige der von ihrem Vater gemalte Theaterkulissen.
Die Besucher des Trödelmarktes sind begeistert. "Es kommen sehr viele Leute zu uns herein und äußern Interesse an den Bildern. Aber verkauft haben wir noch keines. Wahrscheinlich sind sie zu teuer", vermutet die Marlerin, die gemeinsam mit Freunden und Kollegen die Stände in der Lagerhalle betreibt. "Handeln wollen aber nur die Wenigsten", so Gabriele Peifer.
Feilschen gehört zum Trödelmarkt wie das Bleicherfest zu Heckinghausen. Das musste auch Christopher Acimovic aus Unterbarmen lernen. Der Schüler hatte einen Kinderstand an der Schnurstraße, an dem er seine Legotechnik-Sammlung angeboten hat. Um zehn Uhr konnte er nach Hause gehen: "Da kam ein Mann, der hat alle Sachen auf einmal mitgenommen. Ich habe zwar nicht das verdient, was ich mir gedacht habe, aber verkauft ist verkauft", resümiert Christopher Acimovic.
Doch nicht alle Händler lassen sich auf Schnäppchenpreise herunterhandeln, wie Evelyn Gläsert feststellt: "Es gibt schon einige nette Sachen zu kaufen, aber die sind mir dann meist zu teuer", bedauert die Nächstebreckerin. Um 6 Uhr waren sie und ihr Ehemann Bernd auf der Widukindstraße unterwegs. "Da war es schon richtig voll und auch die meisten Stände waren bereits aufgebaut", berichtet die regelmäßige Flohmarktgängerin. Zwei Nachttischlampen, Bücher und eine Kettensäge hat sie dann aber doch gekauft.
Alte Radioröhren, das "Preußische Gesetzbuch von 1910" und Sicherungsautomaten für Haushalte trägt der Solinger Michael Borgmann nach Hause. Fast fünf Stunden haben er und Ehefrau Erika Schwafferts das Bleicherfest nach historischen Gegenständen und Schnäppchen abgesucht. "Es gab viel zu sehen, aber es war einfach zu heiß", berichtet Erika Schwafferts, die neue Tupperware-Artikel "für ein paar Euro" erstanden hat.
An der drückenden Hitze lag es nach Einschätzung der Organisatoren auch, dass in diesem Jahr weniger Besucher als sonst zum Bleicherfest kamen. "Ich vermute, dass rund 180 000 Zuschauer hier sind", meint Werner Schwarz vom Bezirksverein Heckinghausen. Der 61-Jährige tritt im nächsten Jahr die Nachfolge von Heinz W. Kurzhals als Chef-Organisator an und hat auch schon in diesem Jahr kräftig mitgearbeitet. 500 Aussteller, 60 Prozent davon privat, 40 Prozent gewerblich, galt es auf rund 3600 Meter Standfläche zu verteilen. Trotz der rückläufigen Besucherzahlen ist der Bezirksverein mit dem Ergebnis des Festes zufrieden.
Eine eher nüchterne Bilanz zieht die Werbegemeinschaft Heckinghausen (WGH), die traditionell das "Bergische Dorf" mit den Essund Getränkeständen an der Widukindstraße betreibt. "Es sind weniger Besucher als in den Vorjahren da, weil es einfach zu warm ist", sagt Sabine Doll, Vorsitzende der WGH. "Das optimale Wetter für uns ist 20 Grad und bedeckter Himmel." "Dann essen die Menschen mehr und trinken auch mehr Bier", ergänzt ihr WGH-Kollege Horst Ellinghaus.
Bier in Strömen floss in jedem Fall bei der offiziellen Eröffnung des Festes durch Oberbürgermeister Peter Jung. Der durfte traditionell ein Bierfass anstechen, bevor er bei der Aufführung der Langerfelder Garnbleicher, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiern, als "Garnwringer" arbeiten musste.
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12.06.06
Von Jeanette Nicole Wölling
Quelle: http://www.wz-newsline.de/sro.php?redid=118506
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